18.05.2012 Heute ist die erste Etappe Richtung Alba de Tormes geplant. Vorher sind noch die Reisevorbereitungen abzuschließen. Ich kaufe noch eine Flasche Fußcreme für Boneca, zerlege den Packsattel um ihn in einem Sack verstauen zu können. Maria und Bienvenido geben mir noch einen halben Sack gequetschte Gerste für Boneca mit und nach dem Verstauen des Gepäcks, der Wasservorräte und dem Reiseproviant für mich kann es endlich los gehen. Bis ich Boneca und Ihre Zugkräftigkeit besser einschätzen kann, will ich Boneca entscheiden lassen wie weit wir jeden Tag laufen. Wir nehmen die Antigua Carretera 122 Richtung Villarmayor. Es geht leider beständig bergauf und so beschließen wir nach zahllosen Stehpausen nach ca. 4 Km es für heute gut sein zu lassen. Immerhin sind wir wieder unterwegs. Das Wetter ist zunächst so wie vom Wetterdienst angekündigt traumhaft und so denke ich mir das Zelt sparen zu können. Aber irgendwie scheinen die Wettergötter uns wieder erfrischen zu wollen. Es wird schon dunkel als dicke Regenwolken auftauchen. Ich schaffe es noch rechtzeitig das Zelt aufzubauen und schon geht das Unwetter los…

19.05.2012 Wieder geht es mit vielen Pausen weiter. Kurz vor Villarmayor möchte Boneca auf einen Feldweg und diesmal hält der Weg was das Navi verspricht. Dies ist zwar wieder ein Umweg aber ich bin schon zufrieden, wenn Boneca läuft. In Villarmayor sind wir zu spät für Einkäufe und so geht es über die örtliche Kneipe in der ich zu einem Bier eingeladen werde weiter über La Mata de Ledesma nach Süden.

20.05.2012 Heute kommen wir relativ gut voran. Es geht über Porqeriza, nach Sagos. Hier gönne ich Boneca eine Naschpause und mir eine kurze Siesta. Drohende Regenwolken lassen uns aber schnell wieder aufbrechen. Hinter Canillas de Abajo zieht auf einmal ein Gewitter auf und es beginnt ein schwerer Graupelschauer auf uns loszubrechen. Das ganze passiert so unglaublich schnell, daß wir es nicht schaffen eine Deckung zu finden. Das Gewitter ist genau über uns als Boneca nicht mehr weiter möchte. Ungeschützt und nur flaches Land um uns herum, stellen wir hier so ziemlich den höchsten Punkt dar. Ich beschließe daher auf Boneca keine Rücksicht zu nehmen und treibe Sie, da alles versagt diesmal auch unter Verwendung handfesterer Argumente an, schnellstens nach Calzada de Don Diego zu kommen, das in Sichtweite liegt. Immerhin finde ich hier im örtlichen Treffpunkt für die liquiden Freuden des Lebens eine Anzahl Ansprechpartner, um für uns eine Unterkunft zu besorgen. Aber irgendwie ist niemand bereit etwas zu unternehmen und außerdem gebe es hier keinen Stall. Das mutet mir irgendwie seltsam an, da ich das Gefühl hatte jedes zweite Gebäude hier wäre ein Stall. Immerhin bekomme ich vom Wirt den Tipp für einen Unterstand neben dem Friedhof. Hier verbringen wir dann auch die Nacht…

21.05.2012 Die Unterkühlung durch den gestrigen Graupelschauer steckt mir immer noch in den Knochen und draußen geht ein erbärmlicher Wind, so beschließe ich den Wecker auszuschalten und noch eine Weile im wärmenden Schlafsack zu verbringen. Ich werde gegen Mittag wach und beobachte Boneca, die ebenfalls keine Lust hat, den Windschutz zu verlassen und so kommt es, daß wir uns erst gegen 2 Uhr wieder in Bewegung setzen.

22.05.2012 Auch heute kommen wir nicht weit. Nach wieder vielem Stehen beschließe ich Boneca abzusatteln und stelle fest, daß sich Boneca hinter den Vorderbeinen wundgescheuert hat. Die Versorgung der Scheuerstellen nimmt mir Boneca dann doch übel. Sie läßt mich für heute keine 20 Meter mehr in Ihre Nähe. Nach etlichen Versuchen Sie wieder einzufangen gebe ich dann schließlich auf und baue unser Lager auf. Aus den Resten meines Proviants koche ich eine Zwiebelsuppe mit Käsecroutons. Morgen brauche ich dringend Nachschub. Aber das ist hier auf dem Land nicht so einfach, denn hier gibt es eigentlich nur Bauernhöfe mit Stallungen. Daher habe ich beschlossen mich wieder Richtung Salamanca zu bewegen, in der Hoffnung in einem der Vororte eine Einkaufsmöglichkeit zu finden…

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