23.05.2012 Es gelingt mir Boneca mit Hilfe des Futters anzulocken und an die Leine zu legen. Während ich am Packen bin, kommt ein Bauer angefahren, er hat 4 Hunde dabei. Boneca ist so verschreckt von den Hunden, daß Sie Ihr Halfter zerreißt und die Flucht ergreift. Es ist später Vormittag geworden bis ich die Lage wieder im Griff habe. Jetzt muß ich das Zaumzeug so verstellen, daß die Scheuerstellen ausgespart werden. Gegen Mittag kann es weiter gehen. Wir quälen uns zunächst einen steilen Weg hinauf und müssen den Wagen gemeinsam ziehen. Endlich oben stelle ich fest, daß wir wieder in eine Sackgasse gelaufen sind. Da ich uns den steilen Rückweg ersparen will, beschließe ich in ein spärlich bewachsenes Waldstück abzubiegen. Wir quälen uns fast 3 Stunden durch den Wald, um schließlich an einem Tor anzukommen und über ein Haferfeld wieder einen gut befahrbaren Weg zu erreichen. Die nächsten Ortschaften sind reine Wohnsiedlungen und größtenteils im Entstehen, so ziehen wir weiter bis wir schließlich Salamanca erreichen. Es ist heiß geworden und so nutze ich eine Tapasbar mit angrenzendem Wiesenstück zur Rast. Hier will ich die größte Hitze abwarten. Inzwischen hat mich Maria angeschrieben. Sie fragt mich wo ich bin und wie es mir geht. Das trifft sich doch gut denke ich, und so frage ich gleich an, ob Sie jemanden kennt, bei dem ich meinen Esel unterbringen kann und ob es eine preiswerte Unterkunft für mich geben könnte.

Nach einer Weile erhalte ich von Ihr einen Anruf und Sie avisiert mir Mariquelo. Er ist Musiker macht manchmal verrückte Sachen, ist aber ein guter Freund und er hat außerdem bei Salamanca einen Stall. Ich soll mich mit Ihm um halb 8 Uhr treffen. So bleibe ich noch eine Weile vor der Bar sitzen. Boneca hat inzwischen, in einer Bedienung der Bar, eine Freundin fürs Leben gefunden. Ich werde plötzlich von dieser Dame darauf hingewiesen, daß Boneca auf der Wiese Düngemittel verteilt und was ich gedenke dagegen zu unternehmen. Mein nichts trifft nicht den gewünschten Nerv und so werde ich darauf hingewiesen daß sofort die Polizei gerufen wird, wenn ich nichts unternehme. Ich sage sofort, daß dies eine gute Idee ist, obwohl ich bezweifle, daß die hiesige Polizei den Dünger aufsammeln wird. Ich schaue der zeternden Dame noch eine Weil zu und wende mich dann doch lieber angenehmeren Beschäftigungen zu.

Um halb 8 trifft Mariquelo ein. Ich soll Ihn Angel nennen. Er weist mir den Weg den ich nehmen soll und dieser Weg kommt mir merkwürdig bekannt vor. Und tatsächlich, das ist genau der Weg den wir gekommen sind. Ich laufe also wieder zurück…

Unterwegs kommt Angel nochmal angefahren und stellt mir Mariano vor, den er mitgebracht hat. Ich soll mit Boneca bei Mariano übernachten. Ich bekomme nochmal eine Einweisung für den zu laufenden Weg, dann geht es zu Marianos Garten- und Ferienhausanlage. Ich biete Mariano an hier im Garten mein Zelt aufzubauen denn ich will keine weiteren Umstände bereiten. Im Geiste will ich morgen früh wieder aufbrechen, in Salamanca Nahrungsmittel und Wasser fassen und schnellstens weiter aber Mariano gibt mir zu verstehen, daß ich morgen zum Essen eingeladen bin und ich diese Einladung nicht ablehnen darf. Also disponiere ich um und frage nach einer Möglichkeit nach Salamanca zu fahren. Mariano verweist mich auf den Bus und gibt mir die Abfahrtzeiten. Außerdem ist der Busfahrer, Antonio, auch ein guter Freund von Ihm.

24.05.2012 Ich stehe kurz nach 7 Uhr auf, nutze die im Garten installierte Freilanddusche mit flexibler witterungsbedingter Temperierung und mache mich anschließend daran den grob zerlegten Packsattel weiter in Einzelteile zu zerlegen. Ich möchte ihn per Post heim schicken, um Gewicht zu sparen. Den Packsattel im Schlepp mache ich mich zur etwa 1 Km entfernten Haltestelle auf.

In Salamanca dauert der Postbesuch dann über eine Stunde. Zunächst zieht man eine Nummer wartet bis diese aufgerufen wird und begibt sich an den entsprechenden Schalter. Dann versucht man dem Postangestellten klar zu machen, daß man den Sack samt Inhalt nach Deutschland schicken möchte. Die fehlende Möglichkeit eine Anschrift in Salamanca anzugeben führt zu erweitertem Diskussionsbedarf. Jetzt muß erst mal ein Formular für eine korrekte Versendung ausgefüllt werden. Nach dem Ausfüllen stellt man sich wieder an. Wieder an der Reihe wird man auf mangelnde Einträge im Formular verwiesen. Nach korrektem Ausfüllen werden Kollegen gerufen die den Inhalt des Sackes begutachten sollen. Ich verstehe irgendwas von „ist das ein Sattel?“ und „ der kommt vom Land…“. Irgendwann verschwindet der freundlich Postbedienstete um mit einem großen zusammengefalteten Karton wieder zu kommen. Umständlich wird der Karton auseinandergefaltet und die größten Teile meines Sattels werden hineingelegt. Irgendetwas scheint zu fehlen, denn als der Karton angehoben wird fallen die Teile unten wieder heraus. Jetzt bekomme ich den Auftrag Klebeband für den Karton zu erwerben. Nein, sowas gibt es hier auf der Post leider nicht. Und so erhalte ich eine kurze Wegbeschreibung, auf einem Zettel wird notiert wie das Geschäft und Klebeband heißen. So ausgerüstet wird jetzt schnell eine Rolle Klebeband besorgt und ich stelle mich, zurück auf der Post, wieder an. Ordnung muß sein. Jetzt brauchen wir mehr Platz und der nette Postbedienstete kommt persönlich in die Vorhalle in der wir zusammen umständlich den Karton zusammenbasteln… Die nötigen Formalitäten werden dann noch in einen Computer eingegeben, ich darf bezahlen und endlich wieder gehen. In der Vorhalle der Post fällt mir ein Geldautomat auf mit einem großen Aufkleber der Deutschen Bank, die wohl mit der spanischen Post kooperiert. Hier mache ich mich wieder frisch, denn der Kauf des Ponywagens hat eine große Lücke in meine Barschaft gerissen. Jetzt noch einen großen Kaffee zur Belohnung für die Mühsal der vergangenen Stunde und dann ist es auch schon 11:30 Uhr und der Bus bringt mich zurück.

Gegen halb 3 Uhr kommt Mariano und zusammen bereiten wir ein Barbecue vor. Ich helfe Mariano beim Mörsern von Knoblauch mit Petersilie und grobem Salz und dem Schnibbeln der Zwiebeln für den frischen Salat aus eigenem Anbau. Inzwischen trifft Angel mit zwei Tüten Fleisch ein, das sofort auf den Grill gelegt wird. Es gibt Wildschwein und Schweinekotelette. Das Fleisch wird großzügig mit grobem Salz bestreut. Während der Tisch im Garten gedeckt wird, treffen noch zwei weitere Freunde von Angel und Mariano ein, die Rotwein mitbringen.

Später am Nachmittag, wir sind inzwischen satt und haben ordentlich dem leckeren Wein zugesprochen frage ich, ob wir die Fleischreste, die weggeworfen werden sollen nicht dem Hund vor dem Tor geben sollten. Mir war schon gestern ein deutlich unterernährter Hund vor Marianos Garten aufgefallen, der hier wohl herrenlos und menschenscheu umherstreunt. Ich werde sofort von Angel gefragt, ob ich den Hund haben möchte. Auf meine ablehnende Geste hin, fangen alle am Tisch an, die Vorzüge eines Hundes, gerade auf einer Reise wie ich sie mache, zu preisen. Schließlich werde ich schwach und stimme zu, denn eigentlich tut er mir leid, und ich habe das Gefühl, daß der arme Kerl schon einiges durchgemacht hat. Also ist das jetzt beschlossene Sache und so stehen wir auf, locken den Hund in den Garten, fangen ihn ein und füttern ihn. Angel ruft einen befreundeten Tierarzt an und macht mit diesem einen Termin für den Abend aus denn schließlich braucht auch ein Hund für die Reise in Europa einen Pass. Jetzt wird der Ruf nach Kaffee laut und ich biete an meinen Kaffeekocher anzuwerfen. Da winkt man aber nur ab und fordert mich auf mitzukommen. Weinselig fahren wir Richtung Salamanca und fallen in der ersten Bar auf unserem Weg ein. Eben wollten noch alle Kaffee und jetzt bin ich der einzige der auch Kaffee trinkt. Meine neuen Freunde müssen erst gar keine Bestellung aufgeben. Sie bekommen gleich Ihr gewohntes Getränk serviert. Nach meinem Kaffee steige ich auch auf geistreichere Getränke um. Es wird sehr kurzweilig. Andres, einer der Freunde erzählt mir, daß Angel bissel verrückt sei. Da brauche ich doch erst mal eine nähere Erläuterung. Also zückt Andres sein Mobilphon der Firma mit dem Apfel und ruft in YouTube ein Video auf. Hier wird ein Musiker gezeigt, der auf die Turmspitze der Kathedrale in Salamanca geklettert ist und von dort aus mit Flöte und Trommel musiziert. Andres beruhigt mich und meint alle hier wären bissel verrückt er selbst auch. Er zeigt mir ein Video, in dem er als Torero einen Stier tötet. Naja wenn ich ehrlich bin finde ich es da schon besser, auf einem Turm Flöte zu spielen… Gegen 8 Uhr werde ich von Angel an meinen Hund erinnert und wir brechen auf Ihn zu holen. Mit dem Hund im Kofferraum fahren wir dann nach Salamanca zum Tierarzt. Hier erhält mein Hund ein Zeckenband, wird kurz untersucht, dann geht es an die Formalitäten. Zunächst werden meine Personalien eingetragen, ich werde gefragt wie der Hund heißen soll und danach werden Spezies, Rasse, Geschlecht etc. eingetragen. Ich taufe unseren neuen Zuwachs der Rasse Galga auf den Namen Salamanca.

Jetzt denke ich, daß ich an der Reihe bin einzuladen. Der hiesige Lidl hat deutsches Bier und so finde ich dann mal einen Karton Franziskaner Hefeweizen und einen Karton Schwabenbräu mit Bügelverschluß der Firma Dinkelacker für angemessen. Den Karton Rotwein lasse ich lieber Angel aussuchen. Den Wagen beladen mit reichlich festen und flüssigen Nahrungsmitteln, begeben wir uns auf den Heimweg. Am Ortsausgang fällt mir ein, daß ich einen Hund habe und so fahren wir nochmal kurz zurück, um einen Laden für Tierbedarf zu überfallen. Hier will man zwar gerade Feierabend machen, aber Angel überzeugt die Verkäuferin in mir einen guten Kunden zu finden. Also erstehe ich einen Sack Hundefutter, ein Halsband und eine Hundeleine. Angel handelt noch eine Tüte Hundesnacks als Dreingabe aus und somit wären wir für eine Weiterreise gerüstet. Inzwischen hat Angel mit seinen anderen Freunden telefoniert und so wird beschlossen diese einzusammeln, um Salamanca`s Taufe zu feiern. Mariano und Andres haben inzwischen einen Ausritt unternommen und irgendwie sieht Mariano etwas derangiert aus. Er hat eine blutige zerkratzte Nase, das Hemd, eher noch ein Fetzen weist eine Vielzahl an Rissen auf, die durchblicken lassen, daß auch der Körper Schaden genommen hat. Ich denke intuitiv an mein Absteigen vom Pferd neulich…

Zusammen geht es wieder in den Garten und wir stoßen noch viele Male auf Salamanca, mich und meine Reise an.

25.05.2012 Der Tag sollte ein wenig später beginnen aber Boneca erinnert mich daran, daß auch Esel Durst haben. Wir haben die Nacht zu dritt im Freien verbracht und ich hoffe die beiden Damen werden sehr schnell Freunde. Ich genieße die Dusche diesmal um 10 Uhr um dem Wasser genügend Zeit zu lassen von der Sonne erwärmt zu werden. Andres ist eingetroffen und macht einen leidenden Eindruck. Während ich mich gegen 1 Uhr zurückgezogen habe, wurde wohl noch bis 4 Uhr getagt. Gegen Mittag findet sich Mariano ein und zusammen bereiten wir wieder einen leckeren Salat zu und stellen uns aus den Resten ein Mittagessen zusammen. Andres hat keinen Appetit und zieht sich für eine Siesta zurück. Angel hat irgendwo in der Umgebung ein Engagement zu musizieren und kann daher nicht kommen. Ich genieße es den Rest des Tages mit Mariano im Garten abzuhängen. Da ich morgen weiter will, kommt Angel am Abend noch einmal kurz vorbei um sich zu verabschieden und mir zwei CD`s seiner Musik zu schenken. Er kann leider nicht bleiben und so verabschieden wir uns. Ich verspreche, wieder zu kommen.

  • Hallo Ralf,
    jetzt bist Du also auch auf den Hund gekommen. Irgendwie erinnert mich das an die Bremer Stadmusikanten… Mal sehen, wieviel Zuwachs die Familie noch auf der weiteren Reise bekommt;-) Du hast halt ein Herz für Tiere!
    Weiterhin gutes Vorankommen auf der Tour!
    Viele Grüße!
    Katrin

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