02.06.2012 Obwohl seit 8 Uhr auf den Beinen vertrödel ich den Vormittag mit packen, putzen, Kaffeepausen und Wagen beladen. Gegen 1 Uhr kommen wir endlich los. Unser Weg führt uns komplett durch Salamanca und die hier gegebenen Steigungen fordern viele Pausen. In der brütenden Hitze des Tages muß ich eine unwillige Boneca und den Wagen ziehen… ich beschließe gleich hinter der Stadt einen geeigneten Lagerplatz zu suchen. Der Abend wird dann durch einen Regenschauer aufgelockert. Boneca möchte heute keinen Regenschutz. Immer wenn ich versuche Sie in Ihre blaue Plane zu packen geht sie stiften. Ich selbst bin zu faul und müde das Zelt aufzubauen und genieße es immer feuchter zu werden und dabei den Regenwolken zuzusehen wie diese am Himmel vorbei ziehen…

03.06.2012 Durch den Regen hat es sich angenehm abgekühlt und die Sonne schafft es erst ab dem frühen Nachmittag durch die schützende Wolkendecke zu dringen. Wir laufen entlang der N620. Diese Strecke weist einen breiten Randstreifen auf, den wir nutzen, um eine weitere Gefährdung zu verringern und möglichst schnell den Nordosten Spaniens zu erreichen. Durch den kühlen Vormittag und den hier noch flachen Weg kommen wir gut voran und schaffen etwa 27 Km. Aber das soll nicht so bleiben…

04.-06.06.2012 Wir bleiben bis Tordesillas auf der N620. Der Weg ist abgesehen von einigen Steigungen und einem platten Reifen unspektakulär. Ich bin froh Pannensprai gekauft zu haben, denn die Reifen haben wir beim Zusammenbauen des Wagens nur zu zweit monieren können. Die Landschaft bietet wenig Abwechslung und es geht entlang einer Autobahn. Wir laufen monoton, ich oft in meinen Gedanken versunken einfach nur weiter. Eigentlich ist es gar nicht so heiß aber der Asphalt strahlt wie ein Wärmespeicher ab und der oft fehlende Wind läßt uns vor allem an langen Steigungsstellen im eigenen Saft schmoren. So machen wir stündlich eine Trinkpause. Angel und Mariano haben versprochen mich auf dem Weg nach Tordesillas zu besuchen. Und so erhalte ich von Ihnen einen kurzen Besuch auf der Landstraße. Ich hatte Sie gebeten mir einen Salzleckstein zu besorgen, da Boneca gerade jetzt bei der Hitze und der Belastung einen erhöhten Salz und Mineralbedarf hat. Den alten Leckstein hatten wir leider verloren. Kurz vor Tordesillas treffen wir auf einen alten Bekannten, den Douro, der hier in Spanien Duero heißt. In Tordesillas blitzen wir am dortigen Campingplatz ab. No animalos heißt es und so quartieren wir uns eben neben dem Campingplatz ein.

07.06.2012 Wir frischen in Tordesillas unsere Vorräte auf und machen uns nach einer Kaffeepause weiter. Es soll nach Norden gehen Richtung Medina de Rioseco. Mein Kollege Johannes hatte mir den Tip gegeben in dieser Richtung ist es flacher und genau das brauchen wir. Je weiter wir uns von Tordesillas entfernen umso reizvoller wird die Landschaft. Sanfte Hügel wechseln sich ab und auf dem Weg nach Velilla wird es dann kilometerlang richtig steil. In frage ich mich langsam was an dieser Strecke denn flach sein soll. Die Arme und der Rücken fangen an zu schmerzen vom Ziehen des Wagens und der Boneca… In Velilla fassen wir kurz nach Mittag nochmal Wasser. Hinter dem Ort versteckt befindet sich eine Wasserstelle mit sehr gutem Trinkwasser. Leider öffnet das örtliche Cafe erst um 5 Uhr und darauf wollte ich dann doch nicht warten. So geht es ohne Kaffeepause weiter nach Torrelobaton. Schon von weitem kann man Torrelobaton mit einer großen Burgruine, umrahmt von sanften Hügeln und sich im Wind wiegenden Getreidefeldern sehen. An den Hängen verschandeln Windkrafträder dieses Idyll und so denke ich spontan an Don Quichote. Hier erfahre ich, daß es ein Casa Rural gibt. Ich frage mich nach dem Betreiber Juan Jose durch, erfahre daß es eine Waschmaschine gibt und da wir seit Salamanca keine Pause mehr hatten beschließe ich hier einen Wasch- und Ruhetag einzulegen. Außerdem habe ich mein Reisetagebuch vernachlässigt und das will doch keiner, oder?

08.06.2012 Der Tag beginnt mit der Suche nach einer geeigneten Frühstücksmöglichkeit. Das mit dem Frühstück haben die Spanier irgendwie alle nicht drauf und so dauert es bis wir ein geöffnetes Cafe finden in dem ich eine Tortilla mit Weißbrot bekomme. Wir sind inzwischen das Gesprächsthema des Tages. Die zweite Waschmaschine ist nach dem Frühstück auch zum Trocknen aufgehängt und so hängen wir den Tag einfach mit Ausruhen ab. Boneca knuspert Ihr Heu und widmet sich dem Wildwuchs auf der Wiese und ich sehe wie Sie ein Pfirsichbäumchen fachgerecht auf besseren Wuchs trimmt. Salamanca hat nach einer halben Schale Trockenfutter genug und bekundet Ihr Desinteresse indem Sie den Rest der Schale auf der Wiese verteilt. Wir suchen bald den Schatten denn es wird langsam zu heiß. Gegen Abend werden die letzten Einkäufe getätigt. Nach einem kleinen Abendbrot im hiesigen Restaurant ziehe ich mich nach einem Besuch bei Boneca zurück, um meine letzten Gedanken zu veröffentlichen. Und morgen solls ja weiter gehen…

Leider ist hier auf dem Land die Internetverbindung so schlecht daß die Verbindung immer wieder unterbrochen wird und ich nach anderthalb Stunden genervt aufgebe. Aber die Verbindung soll noch schlechter werden…

  • admin:

    Lieber Ralf,

    ich hoff, Dir bzw Euch geht es mächtig gut, und Ihr seit noch immer auf dem richtigen Weg.

    Ganz viele liebe Grüße aus Deutschland

    Wolle

  • Hallo Ralf,
    Ich lese gerade mit großem Interesse Dein Reisetagebuch.
    Ich wußte garnicht, dass Du so kurzweilg und lustig schreiben kannst. Jetzt bist Du auf Deinem Weg auch garnicht mehr so allein. Kann der Hund Dich denn verstehen oder mußt Du mit ihm spanisch reden.
    Ich bin schon gespannt wie es weitergeht. Jedenfalls ist Dein
    geschriebenes spannender als jeder Wildwestroman.
    Liebe Grüße Dolli

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