03.04.2012 Nach einem gemütlichen Frühstück geht es auf zu Manuel, Boneca`s Besitzer. Ich werde zu einem Stall geführt, die Tür geht auf es ist stock-dunkel ich sehe nur ein Schemen von Tier in der Ecke. Manuel und Miguel schieben Boneca zu mir ins Tageslicht. Als hätte irgendjemand Boneca geflüstert ich hätte sie zum fressen gern und ich wäre gekommen um ein neues Rezept Eselsalami zu kreieren… Boneca ist total verängstigt, scheu und möchte nicht im Mindesten in meine Nähe. Na das wird bestimmt toll. So hab ich mir das nicht vorgestellt. Sie steht jetzt wohl seit 3 Monaten alleine in dem Stall, hat sich am Hintern die Haare weggescheuert und ist deutlich überernährt. Als Manuel den Stock an Miguel reicht, scheut sie beim Anblick des Stockes zurück. Boneca ist noch keinen Packsattel gewöhnt und soll jetzt daran gewöhnt werden. In Manuels Begleitung machen wir eine kleine Runde zum Ort hinaus und wieder zurück. Ich bin im ersten Moment total deprimiert und möchte am liebsten einen anderen Esel. Nach einigem Nachdenken tut mir das arme Tier einfach nur noch leid und ich denke es ist das Beste für Boneca, möglichst bald die einsamen Tage in diesem schwarzen Loch zu vergessen.

Den Nachmittag verbringe ich damit die Packtaschen zusammen zu bauen und einen kleinen Rundgang durch Cacarelhos zu machen. Dabei finde ich an einer großen Kreuzung ein schlichtes Restaurant, eher Dorfkneipe.  Manuel sitzt rauchend davor mit einem Bier in der Hand. Ich gehe hinein und bestelle ein Eis und eine Limonade. Hier trifft es sich, daß ich angesprochen werde, ob ich Franzose sei. Nein, ich komme aus Deutschland. Und schon findet die weitere Konversation auf Deutsch statt. Es tut gut mal wieder deutsch zu sprechen.

Der Abend klingt ohne besondere Vorkommnisse unspektakulär aus.

04.04.2010 Die Dusche bleibt selbst nach einer geraumen Weile des kneipschen Abbrausens kalt. Das wird bestimmt nicht meine letzte kalte Dusche gewesen sein auf dieser Tour… Nach dem Frühstück gehts zum Einkauf in den nächsten Ort. Hier erstehe ich eine Kaffeemaschine und das zugehörige Kaffeepulver. Zum Mittagessen haben sich einige von Miguels Verwandten angekündigt. Wir gehen in Vimioso in ein Restaurant, der Großvater lädt ein. am Nachmittag soll ich wieder mit Boneca zusammentreffen. Hierzu kommt auch ein kleines Filmteam, das mit mir einen kleinen Werbefilm für den Eselverband drehen möchte. Kein Problem, wenn Boneca mit spielt, an mir soll es nicht liegen…

Wir treffen uns halb drei und Boneca erwartet uns diesmal schon auf einer Wiese. Wir haben den Packsattel und diesmal auch die Packtaschen dabei. Als Boneca mich und das Kamerateam sieht möchte sie wieder die Flucht ergreifen. Als eine Viertelstunde vergeht und Boneca nicht auf Zuruf kommen möchte geht Manuel los sie zu holen. Heute hat er seinen Stock zuhause gelassen. Boneca quittiert dies sofort mit mangelndem Respekt. Auch auf Zerren und Ziehen ist Boneca nicht bereit, näher als 5 Meter an uns heran zu treten. Ich nehme mich zurück und überlasse den Kameraleuten die Regie. Boneca soll an einem Baum festgebunden werden. Manuel zieht bindet sie an einem Kirschbaum fest. Jetzt soll ich mich als Käufer des Esels dazu stellen. Als ich 3 Meter entfernt bin, reißt sich Boneca los, das alte Lederhalfter reißt und Boneca läuft in die weiteste Ecke des Ackers. Manuel versucht sie mit einem Strick einzufangen. Das ganze endet damit, daß Manuell von Boneca umgerissen und in den Acker geschleudert wird. Die Kameraleutchen schauen sich betröpfelt an. Apropos betröpfelt, ich weise die Gesellschaft darauf hin, daß sich der Himmel bedenklich zugezogen hat und es jeder Zeit anfangen kann zu regnen. Und in der Tat, kaum ist die Kamera verstaut tröpfelt es… Ich helfe Boneca zurück zum Stall zu führen.

Ich vereinbare mit Manuel für den nächsten Tag einen weiteren Versuch Boneca an das Tragegeschirr und vor allem an mich zu gewöhnen

Auch heute tröpfelt der Tag belanglos aus.

05.04.2012 Der Vormittag beginnt mit einem kalten Regen. Ich bleibe vorsichtshalber mal bis kurz vor 9 im Bett. Diesmal wird vor der Dusche  der Gasboiler in der Küche auf Betriebsfähigkeit überprüft. Ich verzichte heute auf das Frühstück und begebe mich sofort zu Manuel.   Es nieselt ein wenig und so entscheidet Manuel ich soll um 1 Uhr noch mal vorbei kommen. Ich nutze die Zeit mein Reisetagebuch zu vervollständigen. Nach einem kurzen Mittagstisch geht es um 1 zu Manuel. Wir holen Boneca aus dem Stall legen das neue Halfter um und befestigen Sattel und Satteltaschen. Jetzt geht es los. Wir laufen ein paar Stunden um den Ort, kommen zu einer kleinen Brücke über einen Bach. Manuel möchte mir zeigen, wie man den Esel über die Brücke führt. Nun es ist entweder nicht Manuels oder Boneca`s große Stunde, Sie weigert sich. Es hilft kein Zerren, Ziehen und Schieben. Ich halte mich da lieber raus;-) Schließlich gehen wir doch wieder den Weg zurück…

Nachmittags mache ich noch ein paar Einkäufe. Äpfel, Birnen und Karotten für Boneca.

Morgen soll ich meine erste Tour allein mit Boneca machen…

 

 

 

 

 

 

 

 

  • Roger Frank:

    Moin Ralfi,…warum erinnert mich der Esel an dein Motorrad ?

    Wenn wir mit dem Werkzeugkasten kommen sollen sag bescheid !

    Roger

  • Michaele:

    Hallo Ralfi,

    das wird schon mit der Boneca, sie braucht halt nur ebbes Zeit und dann wirds……wirst sehen, wünsche Dir auf jeden Fall besseres Wetter und weiterhin good luck..

    Frohe Ostern und ganz liebe Grüße
    Michaele

  • Hi Ralf,
    Deine Erzählungen haben mich an der einen oder anderen Stelle zum Schmunzeln gebracht… Aller Anfang ist schwer! Es braucht halt ein bißchen Zeit, bis Boneca mit Dir warm wird. Bin schon auf Eure gemeinsamen Abenteuer gespannt! Weiterhin gutes Gelingen und frohe Ostern!
    Viele Grüße!
    Katrin

  • ………………morsche Bubele,
    soll ich schon mal nach einem kleinem Cabrio für Dich schauen?
    …..des war n Scherz.Du hast doch viel Zeit , bloß kein Streß . So n paar Leckeries können nicht schaden,dann aber wieder Abstand halten und nicht aufdringlich wirken .Natürlich mit viel Geduld gut zureden ……..VIIIIIEEEEEEL Geduld .Boneca scheint wohl etwas mitgenommen , also noch n
    Grund und Ziel net aufzugeben .
    Du weißt doch der Weg ist das Ziel.
    Viele Grüße Wolfgang P

  • Carmen:

    Hallo Ralf,
    gib nicht auf, Du weißt ja, Frauen können manchmal etwas störrisch sein….das wird schon noch, man muß nur gut zureden. Vielleicht hilft ja eine Möhre?
    Wir wünschen Dir viel Erfolg und Frohe Ostern!
    Carmen & Bernd

  • Lieber Ralf,

    schade, dass Du mit Boneca so Anlauf-Probleme hast.

    Sie will Dir doch nur zeigen, wer der Herr im Hause ist, lol

    I like Dein Schreibstil

    Ich wünsche Dir nochmals einen guuuten Start und auf eine willige Boneca

    PS
    viele liebe Grüße von Basti

Kommentieren

Sie müssen angemeldet sein, um kommentieren zu können.